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Curriculum & Prüfungsprogramm

Six Sigma Master Black Belt – Curriculum und Prüfungsprogramm

Sie entwickeln Verbesserungsarbeit vom einzelnen Projekt zu einem belastbaren Programm. Im Mittelpunkt stehen Portfolioentscheidungen, die Qualität der eingesetzten Methoden und die Entwicklung anderer Belts. Die Prüfung bewertet deshalb auch Coaching und die begründete Steuerung eines Programms.

ELA-PRG-MBBRevision 1.0 · 31.10.2026
Six Sigma Master Black Belt – Curriculum und Prüfungsprogramm

Zielgruppe und Zugang

Für wen ist das Programm gedacht?

Erfahrene Black Belts, Verantwortliche für Operational Excellence, Verbesserungsprogramme oder Methodenentwicklung sowie Fachkräfte, die andere Belts begleiten und organisationsweite Standards gestalten.

Welche Voraussetzungen gelten?

Black-Belt-Kenntnisse oder gleichwertige nachgewiesene Kompetenz sowie Erfahrung mit der methodischen Bearbeitung von Verbesserungsprojekten. Nachweise können Zertifikate, anonymisierte Projektberichte und ein strukturiertes Fachgespräch umfassen. Ein bestimmter Zertifikatsanbieter oder eine pauschale Zahl von Berufsjahren ist nicht vorgeschrieben. Vor der Buchung wird geprüft, ob die vorhandene Erfahrung eine Bearbeitung auf Programmebene ermöglicht; etwaige Auflagen werden vorher mitgeteilt.

Umfang und Lernformat

Modularer Kurs nach individuell vereinbartem Kursplan. Unterrichtsstunden, Coachingübungen, Portfolioarbeit, Präsenztage und Prüfungstermine werden vor der Buchung verbindlich ausgewiesen. Die Prozentanteile beschreiben den fachlichen Schwerpunkt, nicht die Anzahl zugesagter Tage. Live-Unterricht ist online oder in Präsenz möglich; eigenständige Prüfungsarbeit wird gesondert benannt.

Welche Kompetenzen weisen Sie nach?

  • Ein Verbesserungsprogramm mit nachvollziehbarer Verbindung zwischen Strategie, Projekten und messbaren Ergebnissen entwerfen.
  • Ein Portfolio anhand transparenter Nutzen-, Risiko- und Ressourcenannahmen priorisieren.
  • Eine anspruchsvolle statistische Analyse kritisch prüfen und methodisch nicht tragfähige Schlussfolgerungen erkennen.
  • Einen Belt zielbezogen coachen, Lernbedarf feststellen und verständliches fachliches Feedback geben.
  • Methodenstandards und Reviews gestalten, die nachvollziehbare und ethisch vertretbare Entscheidungen unterstützen.
  • Nutzenbehauptungen, Programmgrenzen und Alternativen gegenüber der Leitung begründen.

Das Curriculum

1. Strategie und Programmauftrag

Unternehmensziele in Verbesserungsziele übersetzen; Programmauftrag, Sponsorrollen, Reifegrad, Zielkonflikte, Governance und Entscheidungsrechte. Unterschied zwischen Projektleistung und Programmwirkung.

Umfang / Einordnung

15 % der fachlichen Lerninhalte

Nachweis und Ergebnis

Programmauftrag mit Zielsystem, Verantwortlichkeiten und messbaren Entscheidungskriterien.

2. Portfolio und Nutzensteuerung

Auswahl und Priorisierung von Projekten, Ressourcen, Abhängigkeiten, Risiken und Kapazitätsgrenzen; Nutzenlogik, belastbare Ausgangswerte und Vermeidung doppelter Einsparanrechnung.

Umfang / Einordnung

20 % der fachlichen Lerninhalte

Nachweis und Ergebnis

Priorisiertes Projektportfolio mit dokumentierten Annahmen, Unsicherheiten und Nutzenprüfung.

3. Statistische und methodische Qualitätssicherung

Kritische Prüfung von Messsystemen, Modellen und Versuchsplänen; Stichprobeneignung, Modellvalidierung, Robustheit, multiple Vergleiche und Grenzen der Übertragbarkeit. Fehlanalysen erkennen und geeignete fachliche Vertiefung veranlassen.

Umfang / Einordnung

25 % der fachlichen Lerninhalte

Nachweis und Ergebnis

Methodenreview zu einer anspruchsvollen Fallanalyse mit Fehlerdiagnose und Verbesserungsvorschlag.

4. Belts coachen und Kompetenz entwickeln

Lernziele, Beobachtung und Feedback, Fragetechniken, Coachinggrenzen, Fallarbeit und didaktische Reduktion. Fachliches Können nachvollziehbar beurteilen, ohne Teilnahme mit Kompetenz gleichzusetzen.

Umfang / Einordnung

20 % der fachlichen Lerninhalte

Nachweis und Ergebnis

Coachingplan, beobachtete Coachingsequenz und kurzer Lernnachweis für eine ausgewählte Kompetenz.

5. Standards und Veränderung verankern

Methodenstandards, Stage-Gates, Reviewregeln, Datenethik, Wissenstransfer, Eskalationen und Zusammenarbeit mit Prozessverantwortlichen; praktische Einführung und Anpassung des Programms.

Umfang / Einordnung

10 % der fachlichen Lerninhalte

Nachweis und Ergebnis

Methoden- und Governance-Regel mit Zuständigkeiten, Reviewkriterien und Umgang mit Abweichungen.

6. Managementdialog und kritische Programmprüfung

Entscheidungsreife Berichte, Grenzen von Kennzahlen und Nutzenbehauptungen, Beurteilung von Programmwirksamkeit, Lessons Learned sowie Priorisierung bei veränderten Rahmenbedingungen.

Umfang / Einordnung

10 % der fachlichen Lerninhalte

Nachweis und Ergebnis

Managementvorlage und mündliche Verteidigung einer begründeten Programmentscheidung.

So wird die Leistung geprüft

Gewichtung: 25 %

A. Schriftliches Methoden- und Portfolioreview

Drei komplexe Fallaufgaben: statistische Fehlanalyse beurteilen, Portfolioentscheidung begründen und eine Nutzenbehauptung kritisch prüfen.

120 Minuten beaufsichtigt

  • Fachliche Richtigkeit der Fehlerdiagnose und vorgeschlagenen Korrektur.
  • Priorisierung mit nachvollziehbaren Kriterien und Unsicherheiten.
  • Kritisch: Wesentliche methodische oder datenbezogene Fehler müssen erkannt und in der Entscheidung berücksichtigt werden.

Gewichtung: 35 %

B. Programm- und Portfoliokonzept

Eigenständige Arbeit von 20–30 Seiten ohne Anlagen mit Programmauftrag, priorisiertem Portfolio, Nutzenlogik, Methodenstandard und Belt-Entwicklung. Grundlage ist eine freigegebene anonymisierte Organisation oder ein gleichwertiger Academy-Fall.

Abgabe innerhalb von acht Wochen nach Freigabe der Aufgabenstellung; Aufwand und Betreuung werden im Kursplan gesondert benannt.

  • Strategische Kohärenz und Programmauftrag (20 % der Teilbewertung).
  • Portfolio, Ressourcen und Nutzenbewertung (25 %).
  • Methodenqualität und Reviewkonzept (25 %).
  • Belt-Entwicklung, Umsetzung und Governance (20 %).
  • Reflexion, Nachvollziehbarkeit und Grenzen (10 %).
  • Kritisch: Nutzen- und Wirksamkeitsaussagen müssen erkennbar zwischen Nachweis, Annahme und Szenario unterscheiden.
  • Kritisch: Governance muss eine begründete Zurückweisung fachlich unhaltbarer Projekte oder Analysen ermöglichen.

Gewichtung: 20 %

C. Beobachtete Coachingsequenz

Zwanzig Minuten Coaching zu einer vorgegebenen Belt-Fallsituation, anschließend zehn Minuten Reflexion. Der Fall wird mit angemessener Vorbereitungszeit bereitgestellt; die Rolle des Gegenübers wird einheitlich angeleitet.

30 Minuten Durchführung; Vorbereitung 30 Minuten

  • Diagnose von Lern- und Methodenbedarf.
  • Fachlich richtiges, verständliches Feedback und geeignete Fragen.
  • Eigenständigkeit des Gegenübers fördern und einen überprüfbaren nächsten Schritt vereinbaren.
  • Kritisch: Fachliche Fehler dürfen nicht als richtige Lösung bestätigt werden; unsicheres Wissen muss kenntlich gemacht werden.

Gewichtung: 20 %

D. Fachgespräch zur Programmverteidigung

Zehn Minuten Managementdarstellung und zwanzig Minuten Rückfragen, einschließlich eines veränderten Rahmenszenarios.

30 Minuten

  • Begründung strategischer und methodischer Entscheidungen.
  • Umgang mit Zielkonflikten, neuen Informationen und Grenzen.
  • Kritisch: Zentrale Programmannahmen und Entscheidungen müssen eigenständig erläutert und bei widersprechender Evidenz revidiert werden können.

Bestehensregeln

Bestanden bei mindestens 70 % im gewichteten Gesamtergebnis und mindestens 60 % in jedem verpflichtenden Prüfungsteil. Für rubrikbasierte Leistungen gilt die Skala 0–4: 0 = fehlt oder fachlich unbrauchbar; 1 = erhebliche Fehler, ohne tragfähige Begründung; 2 = im Wesentlichen fachlich richtig, mit begrenzten Lücken; 3 = fachlich richtig, nachvollziehbar und anwendungsbezogen; 4 = zusätzlich kritisch reflektiert, mit begründeten Alternativen und Grenzen. Die ausdrücklich als kritisch bezeichneten Kriterien müssen jeweils mindestens 2 von 4 Punkten erreichen. Die Bestehensgrenzen sind Festlegungen des Academy-Programms; sie werden nicht von ISO/IEC 17024 vorgegeben.

Hilfsmittel und KI

Schriftliches Review: freigegebene Referenzunterlagen, Formelsammlung sowie vorab benannte Analysewerkzeuge; keine Kommunikation mit Dritten und keine generative KI. Programmkonzept: Literatur, Software und generative KI als dokumentierte Unterstützung zulässig; persönliche Verantwortung und Quellenprüfung bleiben uneingeschränkt bestehen. Coaching und Fachgespräch: eigener Plan beziehungsweise Bericht und vereinbarte Präsentation; keine verdeckte Unterstützung.

Identität und Eigenständigkeit

Vor jedem beaufsichtigten Prüfungsteil erfolgt eine Identitätsprüfung. Die Abgabe enthält eine Eigenständigkeitserklärung, ein Quellen- und Hilfsmittelverzeichnis sowie die Kennzeichnung fremder Beiträge. Im Fachgespräch wird die persönliche Beherrschung der eingereichten Arbeit überprüft. Personen- und Unternehmensdaten sind zu anonymisieren oder nur mit nachgewiesener Freigabe einzureichen.

Für Wiederholungen, Nachteilsausgleich, Einsprüche, Vertraulichkeit und Zertifikatsfreigabe gelten ergänzend die gemeinsamen Prüfungsregeln.

Prüfungs- und Zertifikatsregeln

Was Ihr Zertifikat nachweist

Six Sigma Master Black Belt – Academy-Zertifikat mit Prüfung

Geltungsbereich
Bescheinigt den erfolgreichen Nachweis der beschriebenen Kompetenzen in Programmgestaltung, Methodenreview, Coaching und fachlicher Verteidigung. Vermerkt werden Falltyp, Programm ELA-PRG-MBB und Revision. Der Nachweis ist keine Zusicherung langjähriger Führungserfahrung oder tatsächlich realisierter Unternehmensnutzen.
Einordnung des Abschlusses
Academy-eigener Abschluss mit Prüfung. Keine PECB- oder ASQ-Zertifizierung und keine akkreditierte Personenzertifizierung. Die Bezugnahme auf ISO/IEC 17024:2026 beschreibt die Orientierung des Prüfungsprogramms an ausgewählten Grundsätzen; eine vollständige Normkonformität wird nicht behauptet.
Prüfungsdatum und Aktualität
Nach der Academy-Regel gilt dieses Zertifikat höchstens drei Jahre ab Ausstellung. Es wird erst ausgestellt, wenn sämtliche Programm- und Prüfungsanforderungen erfüllt und die Zertifikatsentscheidung dokumentiert sind. Die Frist beginnt nicht mit der Anmeldung oder dem Kursstart. Die konkrete Laufzeit und das Ablaufdatum werden im Zertifikat angegeben; eine kürzere Laufzeit gilt nur, wenn sie im jeweiligen Kurs- oder Prüfungsprogramm ausdrücklich ausgewiesen ist. Es gibt keine automatische Verlängerung. Eine Erneuerung setzt die dokumentierte Prüfung aktuellen Wissens und der zum Programm passenden Anwendungspraxis voraus, anhand aktueller Nachweise und/oder einer geeigneten Aktualisierungs- oder Kompetenzprüfung. Dafür ist nicht pauschal der erneute Kauf des vollständigen Kurses erforderlich. Auch ein erneuertes Academy-Zertifikat gilt höchstens drei Jahre ab seiner Ausstellung. Teilnahme und bestandene Prüfung bleiben als datierte historische Tatsachen nachweisbar; daraus folgt keine unbefristete Gültigkeit als aktueller Kompetenznachweis.

Dieses Programm gilt für Durchführungen, deren vereinbarter Kurs- und Prüfungsplan ausdrücklich auf diese Revision verweist. Bereits gebuchte Leistungen behalten ihre vereinbarten Bedingungen.

Fragen zum Programm

Ist der Master Black Belt nur ein vertiefter Statistikkurs?

Nein. Methodische Tiefe bleibt wichtig, hinzu kommen Programm- und Portfoliosteuerung, Qualitätsprüfung von Analysen sowie die Entwicklung anderer Belts. Die Prüfung enthält deshalb eine beobachtete Coachingsequenz und ein Programmkonzept.

Muss mein Black Belt von der Academy stammen?

Nein. Gleichwertige Kompetenzen anderer Anbieter oder aus nachvollziehbarer Praxis können berücksichtigt werden. Entscheidend ist, ob der dokumentierte Kenntnisstand die anspruchsvollen Programm- und Coachingaufgaben trägt.

Brauche ich ein laufendes Verbesserungsprogramm meines Arbeitgebers?

Nein. Ein geeigneter anonymisierter Organisationsfall ist möglich; alternativ stellt die Academy einen gleichwertigen Fall bereit. Ein solcher Fallnachweis wird im Zertifikat nicht als tatsächlich eingeführtes Unternehmensprogramm dargestellt.

Wie wird Coaching fair bewertet?

Die Bewertung erfolgt anhand vorab veröffentlichter Kriterien: Bedarf erkennen, fachlich richtig unterstützen, verständlich kommunizieren und einen überprüfbaren nächsten Schritt ermöglichen. Eine einheitlich angeleitete Fallsituation und dokumentierte Bewertungsbegründungen unterstützen die Vergleichbarkeit.

Darf ich mit dem Abschluss automatisch andere Personen zertifizieren?

Nein. Der Abschluss bescheinigt die individuell geprüften Kompetenzen. Er begründet keine Akkreditierung, keine Anerkennung als Zertifizierungsstelle und keine automatische Prüferzulassung bei anderen Organisationen.

Wann erhalte ich das Academy-Zertifikat?

Nach erfolgreichem Abschluss aller Pflichtteile und der dokumentierten Zertifikatsentscheidung nach der Academy-Prüfungsordnung. Der Unterricht allein oder ein eingereichtes Programmkonzept reicht dafür nicht aus.

Beratung & Terminplanung

Solo-selbstständig? Klären Sie eine mögliche KOMPASS-Förderung mit einer offiziellen Anlaufstelle vor der Buchung. Für die Auswahl des passenden Programms können Sie ein Beratungsgespräch mit uns vereinbaren.

Academy-eigener Kompetenznachweis mit Prüfung. Das Prüfungsprogramm orientiert sich an ausgewählten Grundsätzen der ISO/IEC 17024:2026. Eine Akkreditierung oder vollständig nachgewiesene Normkonformität wird damit nicht behauptet.