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Curriculum & Prüfungsprogramm

Konzern-Datenschutzbeauftragter – Curriculum und Prüfungsprogramm

Datenschutz über Gesellschaften und Länder hinweg koordinieren: Rollen sauber trennen, gemeinsame Systeme steuern, internationale Datenflüsse bewerten und der Konzernleitung entscheidungsfähige Informationen liefern.

ELA-PRG-KDSBRevision 1.0 · 31.10.2026
Konzern-Datenschutzbeauftragter – Curriculum und Prüfungsprogramm

Zielgruppe und Zugang

Für wen ist das Programm gedacht?

Erfahrene Datenschutzbeauftragte, zentrale Datenschutzteams und Datenschutzmanager mit Verantwortung für mehrere Gesellschaften oder internationale Strukturen.

Welche Voraussetzungen gelten?

Nachgewiesene DSB-Fachkenntnisse und belastbare Datenschutzpraxis, beispielsweise durch das vollständige Academy-DSB-Programm oder gleichwertige Qualifikation und Praxis. Vor der Buchung werden Vorwissen, Aufgabenprofil und Zugang zu einem geeigneten Konzernfall geprüft. Ein bestimmter Zertifikatsanbieter ist nicht vorgeschrieben.

Umfang und Lernformat

24 UE Live-Training an drei Tagen; eine UE umfasst 45 Minuten. Im dritten Tag ist eine 60-minütige Wissensprüfung vorgesehen. Anschließend sechs Monate berufsbegleitendes Transferportfolio mit sechs Aufgaben und Feedback; abschließendes Fachgespräch von 45 Minuten. Der individuelle Praxisarbeitsumfang wird vor Beginn vereinbart.

Welche Kompetenzen weisen Sie nach?

  • Eine Konzernstruktur in datenschutzrechtlich relevante Gesellschaften, Rollen und Entscheidungswege übersetzen.
  • Zentrale Standards und lokale Anforderungen mit dokumentierten Abweichungen und Eskalationen verbinden.
  • Internationale Datenflüsse, Übermittlungsinstrumente und TIA-Aktualisierungen konsistent steuern.
  • Eine DSFA- und Kontrollstruktur für gemeinsame Systeme entwickeln, ohne Verantwortlichkeiten der Gesellschaften zu vermischen.
  • Eine gruppenweite Vorfallsübung mit nachvollziehbaren lokalen Entscheidungen koordinieren.
  • Ein risikoorientiertes Auditprogramm und einen entscheidungsfähigen Leitungsbericht erstellen.

Das Curriculum

Konzernstruktur, Zuständigkeit und DSB-Organisation

Gesellschaften, Rechtsräume und Entscheidungsbefugnisse unterscheiden; zentrale und lokale Rollen, Erreichbarkeit, Ressourcen und Interessenkonflikte strukturieren.

Umfang / Einordnung

Tag 1 · 4 UE

Nachweis und Ergebnis

Eine Governance- und Zuständigkeitsmatrix.

Verantwortlichkeit und konzerninterne Zusammenarbeit

Gemeinsame Systeme und Services auf tatsächliche Rollen prüfen; Auftragsverarbeitung und gemeinsame Verantwortlichkeit nicht allein aus der Konzernzugehörigkeit ableiten.

Umfang / Einordnung

Tag 1 · 4 UE

Nachweis und Ergebnis

Eine Rollenbewertung mit begründetem Vertragsbedarf.

Internationale Datenflüsse und TIA-Steuerung

Transferlandkarte, Übermittlungsinstrumente, TIA-Nachweise, ergänzende Maßnahmen und Wiederbewertung über mehrere Gesellschaften konsistent steuern.

Umfang / Einordnung

Tag 2 · 4 UE

Nachweis und Ergebnis

Ein Transferregister mit begründeten Prüfschritten.

Gemeinsame Systeme, DSFA und Schutzmaßnahmen

Konzernweite HR-, CRM- oder KI-Systeme mit lokalen Anforderungen, DSFA-Verantwortung, Zugriffen, Löschung und lokalen Ausnahmen beurteilen.

Umfang / Einordnung

Tag 2 · 4 UE

Nachweis und Ergebnis

Eine organisationsübergreifende DSFA- und Maßnahmenstruktur.

Konzernweite Vorfälle und Kommunikation

Mehrere Verantwortliche, lokale Fristen, abgestimmte Lagebilder und getrennte Meldeentscheidungen in einer Vorfallsübung koordinieren.

Umfang / Einordnung

Tag 3 · 4 UE

Nachweis und Ergebnis

Ein Eskalations- und Kommunikationsplan mit Rollenbezug.

Auditprogramm, Führungskräftebericht und Prüfung

Risiken, Stichproben, lokale Umsetzung, Kennzahlen und Managemententscheidungen in einem konzernweiten Kontrollprogramm verbinden.

Umfang / Einordnung

Tag 3 · 4 UE einschließlich 60-minütiger Wissensprüfung

Nachweis und Ergebnis

Ein priorisierter Vorstands- oder Geschäftsführungsbericht und Wissensprüfung.

Praxisportfolio · 1 · Gesellschafts- und Governance-Landkarte

Bearbeitung eines abgegrenzten Konzernfalls mit eigener Begründung, strukturiertem Feedback und dokumentierter Überarbeitung.

Umfang / Einordnung

Monat 1 der sechsmonatigen Transferphase

Nachweis und Ergebnis

Ein freizugebender Nachweis; reale Unterlagen nur berechtigt und angemessen anonymisiert, sonst vorab vereinbarter gleichwertiger Fall.

Praxisportfolio · 2 · Rollen- und Vertragsmatrix für gemeinsame Services

Bearbeitung eines abgegrenzten Konzernfalls mit eigener Begründung, strukturiertem Feedback und dokumentierter Überarbeitung.

Umfang / Einordnung

Monat 2 der sechsmonatigen Transferphase

Nachweis und Ergebnis

Ein freizugebender Nachweis; reale Unterlagen nur berechtigt und angemessen anonymisiert, sonst vorab vereinbarter gleichwertiger Fall.

Praxisportfolio · 3 · Transferregister und vertiefte TIA

Bearbeitung eines abgegrenzten Konzernfalls mit eigener Begründung, strukturiertem Feedback und dokumentierter Überarbeitung.

Umfang / Einordnung

Monat 3 der sechsmonatigen Transferphase

Nachweis und Ergebnis

Ein freizugebender Nachweis; reale Unterlagen nur berechtigt und angemessen anonymisiert, sonst vorab vereinbarter gleichwertiger Fall.

Praxisportfolio · 4 · DSFA-/Kontrollkonzept für ein gemeinsames System

Bearbeitung eines abgegrenzten Konzernfalls mit eigener Begründung, strukturiertem Feedback und dokumentierter Überarbeitung.

Umfang / Einordnung

Monat 4 der sechsmonatigen Transferphase

Nachweis und Ergebnis

Ein freizugebender Nachweis; reale Unterlagen nur berechtigt und angemessen anonymisiert, sonst vorab vereinbarter gleichwertiger Fall.

Praxisportfolio · 5 · Gesellschaftsübergreifende Vorfallsübung

Bearbeitung eines abgegrenzten Konzernfalls mit eigener Begründung, strukturiertem Feedback und dokumentierter Überarbeitung.

Umfang / Einordnung

Monat 5 der sechsmonatigen Transferphase

Nachweis und Ergebnis

Ein freizugebender Nachweis; reale Unterlagen nur berechtigt und angemessen anonymisiert, sonst vorab vereinbarter gleichwertiger Fall.

Praxisportfolio · 6 · Auditprogramm, Maßnahmensteuerung und Leitungsbericht

Bearbeitung eines abgegrenzten Konzernfalls mit eigener Begründung, strukturiertem Feedback und dokumentierter Überarbeitung.

Umfang / Einordnung

Monat 6 der sechsmonatigen Transferphase

Nachweis und Ergebnis

Ein freizugebender Nachweis; reale Unterlagen nur berechtigt und angemessen anonymisiert, sonst vorab vereinbarter gleichwertiger Fall.

So wird die Leistung geprüft

Gewichtung: 25 %

Wissensprüfung

40 fallbezogene Single-Choice-Aufgaben mit genau einer richtigen Antwort je Frage; keine Minuspunkte.

60 Minuten

  • Gesellschaften, Rollen, internationale Datenflüsse und Organisationspflichten sachgerecht unterscheiden.

Gewichtung: 50 %

Transferportfolio

Sechs dokumentierte Aufgaben mit Feedback und Überarbeitung; jeder Nachweis anhand von fünf Kriterien mit je 0–4 Punkten. Portfolioergebnis als Mittelwert der sechs freigegebenen Nachweise.

Sechs Monate

  • Begründete Trennung der Gesellschaften und Verantwortlichkeiten (kritisch)
  • Fachlich nachvollziehbare Quellen, Datenflüsse und Transferbewertung
  • Wirksame und praktikable Governance- und Kontrollgestaltung
  • Risikogerechte Eskalation sowie Schutz der Prüfungs- und Praxisdaten (kritisch)
  • Klare Managementinformation und dokumentierte Verbesserung

Gewichtung: 25 %

Abschlussverteidigung

Fachgespräch zum Portfolio und zu einem veränderten Gesellschafts-, Transfer- oder Vorfallszenario.

45 Minuten

  • Nachvollziehbare Begründung von Prioritäten und Entscheidungen
  • Transfer auf komplexe oder widersprüchliche Anforderungen
  • Trennung von Beratung, Kontrolle und Unternehmensentscheidung (kritisch)
  • Offenlegen von Unsicherheit und risikogerechte Eskalation (kritisch)
  • Verständliche Kommunikation an Leitung und lokale Verantwortliche

Bestehensregeln

Bestanden bei mindestens 70 % im gewichteten Gesamtergebnis und mindestens 60 % in jedem verpflichtenden Prüfungsteil. Zusätzlich müssen die als kritisch bezeichneten Kriterien jeweils mindestens 2 von 4 Rubrikpunkten erreichen; ein kritisches Defizit wird nicht durch andere Leistungen ausgeglichen. Diese Schwellen sind Regeln der Academy, keine von ISO/IEC 17024 vorgeschriebenen Werte. Jeder der sechs Pflichtnachweise muss mindestens 60 % erreichen und alle kritischen Kriterien erfüllen. Die Abschlussverteidigung ist erst nach Freigabe aller sechs Nachweise möglich.

Hilfsmittel und KI

Zugelassen sind die bereitgestellte Rechtsquellensammlung, eigene nicht kollaborativ bearbeitete Notizen und die für den jeweiligen Prüfungsteil ausdrücklich freigegebenen Vorlagen. Kommunikation mit Dritten, generative KI und nicht freigegebene Hilfsmittel sind während bewerteter Prüfungen ausgeschlossen. Praxisunterlagen sind zu anonymisieren; reale personenbezogene oder vertrauliche Daten dürfen nur mit dokumentierter Berechtigung und über den vereinbarten sicheren Übertragungsweg verwendet werden.

Identität und Eigenständigkeit

Vor der Prüfung wird die Identität mit einem geeigneten amtlichen Lichtbildausweis geprüft. Ausweisnummern oder Kopien werden dafür nicht routinemäßig gespeichert. Bei Online-Prüfungen gelten die vorab mitgeteilten technischen und datenschutzbezogenen Bedingungen.

Für Wiederholungen, Nachteilsausgleich, Einsprüche, Vertraulichkeit und Zertifikatsfreigabe gelten ergänzend die gemeinsamen Prüfungsregeln.

Prüfungs- und Zertifikatsregeln

Was Ihr Zertifikat nachweist

Academy-Aufbauzertifikat Konzern-Datenschutzbeauftragter

Geltungsbereich
Geprüfte Aufbaukompetenz für datenschutzbezogene Governance, internationale Datenflüsse und koordinierte Kontrollen in Unternehmensgruppen; einschließlich Theorie, sechs freigegebenen Transfernachweisen und Abschlussverteidigung.
Einordnung des Abschlusses
Academy-eigener Kursabschluss mit Prüfung; keine akkreditierte Personenzertifizierung nach ISO/IEC 17024, keine PECB-Zertifizierung und kein Datenschutzsiegel für eine Organisation oder Verarbeitung. Der Bezug auf ISO/IEC 17024 beschreibt die Orientierung des Prüfungsprogramms an ausgewählten Grundsätzen. Kein eigener gesetzlicher Pflichttitel. Eine Konzernstruktur ist keine pauschale Ausnahme von Anforderungen an die einzelnen Verantwortlichen. Die konkrete Benennung, Erreichbarkeit und Eignung sind gesondert zu beurteilen.
Prüfungsdatum und Aktualität
Nach der Academy-Regel gilt dieses Zertifikat höchstens drei Jahre ab Ausstellung. Es wird erst ausgestellt, wenn sämtliche Programm- und Prüfungsanforderungen erfüllt und die Zertifikatsentscheidung dokumentiert sind. Die Frist beginnt nicht mit der Anmeldung oder dem Kursstart. Die konkrete Laufzeit und das Ablaufdatum werden im Zertifikat angegeben; eine kürzere Laufzeit gilt nur, wenn sie im jeweiligen Kurs- oder Prüfungsprogramm ausdrücklich ausgewiesen ist. Es gibt keine automatische Verlängerung. Eine Erneuerung setzt die dokumentierte Prüfung aktuellen Wissens und der zum Programm passenden Anwendungspraxis voraus, anhand aktueller Nachweise und/oder einer geeigneten Aktualisierungs- oder Kompetenzprüfung. Dafür ist nicht pauschal der erneute Kauf des vollständigen Kurses erforderlich. Auch ein erneuertes Academy-Zertifikat gilt höchstens drei Jahre ab seiner Ausstellung. Teilnahme und bestandene Prüfung bleiben als datierte historische Tatsachen nachweisbar; daraus folgt keine unbefristete Gültigkeit als aktueller Kompetenznachweis.

Dieses Programm gilt für Durchführungen, deren vereinbarter Kurs- und Prüfungsplan ausdrücklich auf diese Revision verweist. Bereits gebuchte Leistungen behalten ihre vereinbarten Bedingungen.

Fragen zum Programm

Ist das ein Einstiegskurs für Datenschutzanfänger?

Nein. Das Programm baut auf nachgewiesener DSB-Fachkunde und Praxis auf. Wer diese Grundlagen erst entwickelt, sollte zunächst den passenden grundlegenden Qualifizierungsweg wählen.

Kann eine Person für den gesamten Konzern zuständig sein?

Eine gemeinsame DSB-Lösung kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen möglich sein. Sie ersetzt nicht die Prüfung der betroffenen Gesellschaften, Erreichbarkeit, Ressourcen, Interessenkonflikte und jeweiligen Aufgaben.

Sind alle Konzernunternehmen automatisch gemeinsam verantwortlich?

Nein. Die datenschutzrechtliche Rolle folgt den tatsächlichen Entscheidungen und Tätigkeiten. Der Kurs trainiert eine begründete Rollenbewertung für die jeweiligen gemeinsamen Prozesse und Services.

Was wird in den sechs Monaten erarbeitet?

Ein zusammenhängendes Portfolio aus Governance-Landkarte, Rollen- und Vertragsmatrix, Transferregister mit TIA, DSFA-/Kontrollkonzept, Vorfallsübung sowie Audit- und Leitungsbericht. Jeder Nachweis wird nach Feedback überarbeitet und bewertet.

Ist das Zertifikat eine internationale Zulassung als Konzern-DSB?

Nein. Es bescheinigt die im Academy-Programm geprüfte Aufbaukompetenz. Gesetzliche Anforderungen, konkrete Beauftragung, lokale Besonderheiten und tatsächliche Fachkunde bleiben gesondert zu prüfen.

Beratung & Terminplanung

Solo-selbstständig? Klären Sie eine mögliche KOMPASS-Förderung mit einer offiziellen Anlaufstelle vor der Buchung. Für die Auswahl des passenden Programms können Sie ein Beratungsgespräch mit uns vereinbaren.

Academy-eigener Kompetenznachweis mit Prüfung. Das Prüfungsprogramm orientiert sich an ausgewählten Grundsätzen der ISO/IEC 17024:2026. Eine Akkreditierung oder vollständig nachgewiesene Normkonformität wird damit nicht behauptet.